Springe zum Inhalt

Pädagogisches Konzept

Grundidee und Motivation

Unser Ziel ist es, die Schullandschaft in Trier mit einer inklusiven Schule zu bereichern, in der alle Kinder die Möglichkeit erhalten, ihre individuellen Potenziale zu entfalten und aktiv ihren Lernprozess zu gestalten.

Alle Kinder sind willkommen, unabhängig von ihrer sozialen, kulturellen oder ethnischen Herkunft.

I. Montessori-Pädagogik

  • Im Mittelpunkt steht das Kind!
  • Wir denken und gestalten die praktische schulische Arbeit vom Kind aus.
  • Das Ziel ist die Selbständigkeit und zunehmende Unabhängigkeit des Kindes vom Erwachsenen.
  • Hierzu schaffen wir eine Lernumwelt, in der das Kind durch eigenes aktives Handeln seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit entwickeln kann.
  • Das Kind erhält genügend Freiraum, um nach seiner eigenen inneren Uhr ohne Druck zu lernen.

Schulstruktur und Modellcharakter

Die Schule ist zunächst als inklusive Grundschule konzipiert, eine Weiterentwicklung bis zum Abitur wird angestrebt.

  1. Lerngemeinschaften mit vier Jahrgängen (Altersmischung)
  2. Fließender Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

Die Universität Trier, Abteilung Erziehungs- und Bildungswissenschaften / Schulpädagogik begleitet die Schule.

1. Lerngemeinschaft mit je drei Jahrgängen

  • Jüngere Kinder können mit älteren Kindern an Themenbereichen arbeiten und von ihnen lernen.
  • Ältere Kinder können, indem sie jüngeren helfen, ihre eigenen Kenntnisse festigen.
  • Ältere Kinder können bei Bedarf Themen mit jüngeren Kindern wiederholen ohne Stigmatisierung.

Die Lerngruppen werden von einer erfahrenen Lehrkraft geführt und von einer Pädagogischen Fachkraft begleitet. Beide verfügen über das Montessori-Diplom.

2. Angedachter fließender Übergang von der Kita in die Grundschule

  • Durch Hospitationen lernen die Kinder schrittweise die schulische Arbeit kennen und knüpfen Kontakte mit Lehrkräften und Schulkindern.
  • Die Hospitationen werden im Laufe der Zeit erweitert bis zur aktiven Teilnahme am Unterrichtsgeschehen.
  • Gemeinsame Projekte von Kita und Schule fördern soziale Kontakte und verhindern Ängste und Vorbehalte.
  • Lehrkräfte und Erzieher ermitteln für jedes Kind individuell den Zeitpunkt der Schulfähigkeit.
  • Um eine Stabilisierung der Lerngruppe im ersten Aufbaujahr der Schule zu sichern, können die Hospitationen erst im 2. Halbjahr beginnen.

3. Weiterführung der dreijährigen Lerngemeinschaft bis zur 6. Klasse

  • Die konsequente Beibehaltung der dreijährigen Jahrgangsmischung erfordert eine sechsjährige Grundschule.
  • Das gemeinsame längere Lernen verhindert eine frühzeitige Aussonderung und Festlegung auf eine bestimmte Schulart.
  • Es bereitet die Kinder auch auf die Weiterführung in einer Montessori-Gesamtschule vor.

Der Übergang in die Sekundarstufe 1 einer anderen Schule nach der 4. Klasse ist ebenso möglich.

II. Umsetzung der Pädagogik im Unterricht

  • Inklusion: Kinder erleben Vielfalt als Bereicherung und Normalität.
  • Freie Wahl der Arbeit: Das Kind kann wählen, woran es arbeitet, wie lange, wie oft, mit wem und in welcher Lernposition.
  • Vorbereitete Lernumgebung: Die Lehrkräfte gestalten und aktualisieren die Lernumgebung unter Berücksichtigung des aktuellen Entwicklungsstandes der Kinder. Die Umgebung ist einfach und überschaubar strukturiert.
  • Didaktisches Material: Die Montessori-Materialien sind so gestaltet, dass sie in kleinen Schritten aufeinander aufbauen und vom Konkreten zum Abstrakten führen. Es gibt dem Kind außerdem die Möglichkeit, sein Lern- und Arbeitsergebnis selbst zu kontrollieren.
  • Fächerübergreifendes Lernen: Die Kinder beschäftigen sich von verschiedenen Seiten und auf unterschiedliche Art und Weise mit einem Thema. Es gibt ihnen die Möglichkeit, flexible Lösungsstrategien zu erwerben.
  • Kosmische Erziehung: Sie ist Teil der Grundhaltung einer ganzheitlichen Erziehung, die die Kinder ihre Umwelt vom Globalen zum Detail erfassen lässt.
  • Friedens- und Demokratiepädagogik: Sie ist auf eine friedliche Lösung von Konflikten ausgerichtet und wird im schulischen Miteinander umgesetzt.
  • Lernbegleitung und Teamteaching: Aufgabe der Lehrkräfte ist es, alle erforderlichen Mittel und Wege zur Aufgabenbewältigung zur Verfügung zu stellen und das Kind helfend zu begleiten. „Hilf mir, es selbst zu tun!“
  • Leistungsbeurteilung: Auf Ziffernnoten wird verzichtet. Die Lehrkraft dokumentiert die individuelle Lernentwicklung des Kindes. Die Kinder erstellen Lerntagebücher, Portfolios, etc.. Zeugnisse mit Noten können auf Wunsch erstellt werden.

III. Organisatorischer Rahmen

1. Rechtlicher Rahmen, Standort und Kosten

  • Status der Schule: Freie Trägerschaft des Vereins Freie Montessori-Schule-Trier e.V.. Die Anerkennung als offizielle "staatliche Ersatzschule“ wird beantragt.
  • Räumlichkeiten und Gelände: Die Freie Montessori-Schule Trier wird mit der ersten Klasse im "Bootshaus", An der Jugendherberge 3, 54292 Trier im August 2019 starten.
  • Finanzierung: Als freie Schule muss man die ersten drei Jahre vollständig selbst finanzieren. Ab dem vierten Jahr erhält man Mittel Dieses Vorhaben kann nicht ohne Schulgeld gelingen. Das Schulgeld beträgt 250,00 EUR / Monat. Zusätzlich ist eine Kaution in Höhe von 750,00 EUR zu zahlen, die nach vier Jahren zinslos an die Eltern zurückgezahlt wird. Um allen Kindern den Besuch der Schule zu ermöglichen, wurden Stipendien durch Stiftungen zugesagt. Diese können von Eltern beim Schulträgerverein beantragt werden.

2. Tagesstruktur und Lernzeiten

Der Unterricht wird von einer Lehrkraft und einer pädagogischen Fachkraft mit Montessori-Diplom durchgeführt. (Doppelbesetzung)

  • Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr mit offener Eingangsphase ab 7.30 Uhr
  • Mittagessen und Freizeit Montag bis Freitag von 12.00 bis 13.00 Uhr
  • Individuelle Lernzeit Montag bis Donnerstag von 13. 00 bis 14.00 (Hausaufgaben entfallen)
  • Eine Nachmittagsbetreuung bis 17.00 Uhr ist - bei einer ausreichenden Schülerzahl - möglich.

Die Lernzeitbetreuung übernimmt die Lehrkraft oder die Pädagogische Fachkraft.

3. Eltern

  • Die Eltern entscheiden sich bei der Anmeldung ihrer Kinder bewusst für eine inklusive Schule mit größerem pädagogischen Freiraum und mehr Toleranz für individuelle Leistungsunterschiede.
  • Sie werden an der Gestaltung der Schule beteiligt und unterstützen die Organisationsarbeit des Pädagogen-Teams.
  • Sie kooperieren mit außerschulischen Partnern und der Universität.
  • Sie tragen die Grundgedanken der Montessori-Pädagogik mit.
  • Sie nehmen an den Montessori-Elternkursen der Schule teil.
  • Sie nehmen die kontinuierlich stattfindenden Gesprächsangebote der Lehrkräfte wahr und arbeiten vertrauensvoll mit ihnen zusammen.